Die Zukunft der Nachrichtenauswahl

von Susan Jörges

Welche Nachrichten erreichen uns?
Welche Nachrichten erreichen uns?

Fast täglich werden Nachrichten zu den katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels in Zeitungen, Fernseh- und Radionachrichten veröffentlicht. Die Korallenriffe in Weltmeeren schrumpfen so stark wie noch nie, Brände wüten in noch nie dagewesenem Ausmaß in den Wäldern Australiens, ein neues Klimapaket soll die große Wende bringen. Tatsachenorientierte Berichterstattung über die Folgen des fortschreitenden Klimawandels ist absolut unabdingbar – und doch fehlt hierbei ein entscheidender Schwerpunkt. Neben Faktenorientiertheit und Aufklärung müssen Journalisten und Medienmacher ihren LeserInnen und ZuschauerInnen Lösungsvorschläge, Handlungsoptionen und motivierende Inspirationen mit an die Hand geben, um zum Aktivwerden, zur Nachhaltigkeit und zum Umdenken anzuregen. Statt einer reinen Orientierung an herkömmlichen Nachrichtenfaktoren sollten sich Journalisten an einem neuen Faktor orientieren: der Zukunftsrelevanz.

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Technische und politisch-soziale Innovationen: Nicht nur Ingenieure sind gefragt, sondern wir alle

von Michael Brüggemann

Kürzlich gab es mal wieder eine deutsche Talkshow mit prominenter Hamburger Professorenbeteiligung. Hans von Storch, mein Kollege an der Universität Hamburg und ehemaliger Leiter des Instituts für Küstenforschung am Helmholtz-Zentrum Geesthacht, saß in der „Hart aber fair“-Sendung von Frank Plasberg zum Thema Klimapolitik. Drum herum die üblichen Verdächtigen: ein Klima-Aktivist, eine Grünen-Politikerin, ein konservativer Publizist und eine Schauspielerin; eine Zusammenfassung gibt es bei Spiegel Online. In seinem (bald von Plasberg unterbrochenen) Eingangsstatement hebt von Storch die Bedeutung technischer Innovationen hervor, um die globalen Emissionen zu reduzieren.* Das ist eine gute Idee. Damit ist es aber nicht getan.

Hartaberfair 2. Dezember 2019
Die Talk-Runde vom 2. Dezember. / Quelle: WDR

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Das Klimaschutzprogramm 2030: eine Farce

von Joana Kollert

Vor gut einem Monat hat das Klimakabinett der Bundesregierung sein Klimaschutzprogramm 2030, meist bezeichnet als “Klimapaket”, vorgestellt. Das Programm wurde häufig für mangelnden Ehrgeiz kritisiert. Beispielsweise meint Patrick Graichen, Direktor des Thinktanks Agora Energiewende, dass die vorgesehenen Maßnahmen „bestenfalls für ein Drittel des Weges“ bis zur 2030er Ziellinie reichen. Ich habe mir die Zusammenfassung des Klimaschutzprogrammes durchgelesen und möchte meine eigenen Bedenken einbringen.

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Den Klimaschutz nicht zerreden – Vier Fallen der Klimakommunikation

Wenn am kommenden Wochenende der UN-Klimagipfel in New York beginnt, dürfte der mediale Aufmerksamkeitsstrudel um Klimaaktivistin Greta Thunberg noch einmal an Kraft gewinnen. Michael Brüggemann, Professor für Klima- und Wissenschaftskommunikation an der Universität Hamburg, kritisiert die Fokussierung der Berichterstattung auf die Person „Greta“ und die fehlende inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Außerdem erklärt er, was gängige Argumentationsmuster in der Klimaschutzdebatte mit einem Stau zu tun haben.

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Erschienen im Hamburger Abendblatt: Hamburg sollte dem Spuk mit den E-Scootern ein Ende machen

von Michael Brüggemann und Joana Kollert

https://www.abendblatt.de/meinung/article226570497/Hamburg-sollte-dem-Spuk-mit-den-E-Scootern-ein-Ende-machen.html

E-Scooter im Stadtpark Hamburg. Bild von Joana Kollert

Jetzt hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) aber gezeigt, dass er etwas schaffen kann. Nur anderthalb Monate nachdem er seine Lieblingsidee von E-Scootern in deutschen Städten durch den Bundesrat gejagt hat, liegen sie bereits überall im öffentlichen Raum herum. Leider wird damit kein Problem gelöst, sondern eins geschaffen.

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Wissenschafts-Kommunikation im Trump-o-zän: Wie wir alle das post-faktische Zeitalter verhindern können

 

March for Science HH
Demonstrantinnen beim March for Science in Hamburg im April 2017.

Der amtierende US-Präsident ist nicht der einzige, aber einer der lautesten Vertreter einer “postfaktischen” Sichtweise, die sich durch die Leugnung von Verantwortung und einen Rückzug in Subjektivität auszeichnet und in der wissenschaftliche Fakten nach Belieben zur Kenntnis genommen oder ignoriert werden können.

Zu der Frage, wie sich Wissenschaft und Medien auf diese veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen einstellen und ein “Trump-o-zän” verhindern können, hat Michael Brüggemann einen Vortrag bei der Jahrestagung 2017 des Deutschen Klima-Konsortiums (DKK) gehalten.

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