Die Zukunft der Nachrichtenauswahl

von Susan Jörges

Welche Nachrichten erreichen uns?
Welche Nachrichten erreichen uns?

Fast täglich werden Nachrichten zu den katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels in Zeitungen, Fernseh- und Radionachrichten veröffentlicht. Die Korallenriffe in Weltmeeren schrumpfen so stark wie noch nie, Brände wüten in noch nie dagewesenem Ausmaß in den Wäldern Australiens, ein neues Klimapaket soll die große Wende bringen. Tatsachenorientierte Berichterstattung über die Folgen des fortschreitenden Klimawandels ist absolut unabdingbar – und doch fehlt hierbei ein entscheidender Schwerpunkt. Neben Faktenorientiertheit und Aufklärung müssen Journalisten und Medienmacher ihren LeserInnen und ZuschauerInnen Lösungsvorschläge, Handlungsoptionen und motivierende Inspirationen mit an die Hand geben, um zum Aktivwerden, zur Nachhaltigkeit und zum Umdenken anzuregen. Statt einer reinen Orientierung an herkömmlichen Nachrichtenfaktoren sollten sich Journalisten an einem neuen Faktor orientieren: der Zukunftsrelevanz.

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Down to Earth 2019: Ergebnisse aus der Deutschland-Befragung zum Klimagipfel in Madrid

von Fenja De Silva-Schmidt

Wie schon 2015 und 2018 haben wir auch in diesem Jahr während der Klimakonferenz eine deutschlandweite Online-Befragung durchgeführt. Die Befragung gehört zum Forschungsprojekt Down2Earth, geleitet von Michael Brüggemann an der Universität Hamburg, in dem wir Einstellungen, Mediennutzung, Wissen und Handeln der Menschen zu den Themen Klimawandel und Klimapolitik untersuchen.

Einstellungen zu Klimawandel und Klimapolitik

Im Vergleich zu den vorigen Befragungen zeigt sich nochmals ein signifikanter Anstieg in der Problemwahrnehmung: Inzwischen nennen 38,5 Prozent der Deutschen den Klimawandel als eines der zwei wichtigsten Probleme, denen Deutschland derzeit gegenübersteht (2018: 29,5%, 2015: 14,6%).

Problemwahrnehmung DtE 2019

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Klima vor 8 statt Börse vor 8

von Joana Kollert

Entwicklung des Klimas statt Entwicklung der Aktienkurse?       Quelle: Pixabay/NASA

Das Format “Börse vor 8” dürfte den Meisten bekannt sein – in meinem Fall handelt es sich hierbei um die fünf Minuten vor der Tagesschau, in denen ich mir etwas zu Naschen hole, bevor ich es mir auf dem Sofa bequem mache. So dürfte es vielen gehen; weniger als 6 Prozent der Deutschen besitzen direkte Aktien. Dennoch nutzen die öffentlich-rechtlichen Medien ihre beste Sendezeit, um über genau dieses Thema zu berichten.

Eine Petition von change.org fordert jetzt, dass die öffentlich-rechtlichen Medien in den fünf Minuten vor der Tagesschau eine Sendung zu den Themen Umwelt-, Klimaschutz und Nachhaltigkeit ausstrahlen soll. Diese Themen betreffen uns alle und werden gesamtgesellschaftlich als eine der größten Herausforderungen der heutigen Zeit gesehen. Da die ARD ihrem Auftrag nach wirtschaftlich und politisch unabhängig und lediglich dem Gemeinwohl verpflichtet ist, sollte die Sendezeit dementsprechend mit lokalen Lösungsansätzen für eine nachhaltige Gesellschaft gefüllt werden, anstatt mit der Börse.

Der Petition wird auch auf Twitter mit dem Hashtag #klimavor8 eine Stimme verliehen.

Technische und politisch-soziale Innovationen: Nicht nur Ingenieure sind gefragt, sondern wir alle

von Michael Brüggemann

Kürzlich gab es mal wieder eine deutsche Talkshow mit prominenter Hamburger Professorenbeteiligung. Hans von Storch, mein Kollege an der Universität Hamburg und ehemaliger Leiter des Instituts für Küstenforschung am Helmholtz-Zentrum Geesthacht, saß in der „Hart aber fair“-Sendung von Frank Plasberg zum Thema Klimapolitik. Drum herum die üblichen Verdächtigen: ein Klima-Aktivist, eine Grünen-Politikerin, ein konservativer Publizist und eine Schauspielerin; eine Zusammenfassung gibt es bei Spiegel Online. In seinem (bald von Plasberg unterbrochenen) Eingangsstatement hebt von Storch die Bedeutung technischer Innovationen hervor, um die globalen Emissionen zu reduzieren.* Das ist eine gute Idee. Damit ist es aber nicht getan.

Hartaberfair 2. Dezember 2019
Die Talk-Runde vom 2. Dezember. / Quelle: WDR

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Climate change litigation with a global approach: Interview with attorney Gisela Toussaint

by Fenja De Silva-Schmidt

A while ago, we explained what climate change litigation is, and presented some case examples that have been featured in the media (see here). For this post, we conducted a telephone interview with the climate change litigation expert Gisela Toussaint, who has already been part of several initiatives appealing to different courts. She explains further details of her approach and tells us about her motivation.

Gisela Toussaint and mandates
Gisela (left) with some of her clients. ©Ludwig Essig / Greenteam Schwabenpower

Gisela, what are your current projects related to climate change? Continue reading Climate change litigation with a global approach: Interview with attorney Gisela Toussaint

‘Tis the season again: COP25 in Madrid has started

by Fenja De Silva-Schmidt

The last month of the year has begun, Christmas decorations are taking over the cities, and another climate conference has started.COP25 Logo

From December 2-13, COP25 will take place in Madrid. The conference was overshadowed by organisational issues: Continue reading ‘Tis the season again: COP25 in Madrid has started

Climate protests in the court room – Climate change litigation is on the rise

by Fenja De Silva-Schmidt

Besides demonstrations in the streets and public calls for climate action, activists are also attempting to fight for stricter climate protection laws by employing the legal system. Filing lawsuits against nations and states, political actors or companies in the context of climate change is called climate change litigation. Recently, some cases have gained prominence in German reporting as well as in international media coverage.

climate protest sign

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Climate Communications Awards – You Can Vote!

Edit 8 November: The vote is already closed now and the winners have been announced yesterday: they are two young women with their impressive poetic video “Rise”, which you can watch here.

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The British climate communication organisation Climate Outreach has initiated the Climate Communication Awards to recognise outstanding individuals worldwide “who are driving public engagement with climate change”.

The three nominees for the “Climate Change Communicator of the Year – People’s Choice Award” are

We think this is a nice occasion to appreciate engagement in climate change communication and have a look at other people’s work in the field.

Members of the general public are now invited to vote for one of the nominees, which you can do easily here. The vote closes already on Wednesday, 6 November 11:30pm BST – so be quick to participate. The nominee with the most votes wins.

Climate change reporting abounds in September

by Fenja De Silva-Schmidt

Our colleagues at the University of Colorado Boulder Media and Climate Change Observatory (MECCO) have spotlighted a long-time high in newspaper reporting about climate change – a trend we can substantiate with our own data on other news outlets. In September, media attention to climate change and global warming was at its highest level globally in nearly a decade.

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Tag 2 des K3 Klimakongresses: Beichten zum Brunch

von Joana Kollert 

„Ich bin gewissermaßen gescheitert in der Klimakommunikation“. Mit diesem schwerwiegenden Eingeständnis eröffnete Mojib Latif, Klimaforscher und Vorsitzender des Deutschen Klima-Konsortiums, den Pressebrunch am zweiten Tag des K3 Kongresses zu Klimawandel, Kommunikation und Gesellschaft. Neben Latif standen noch drei weitere ExpertInnen den anwesenden JournalistInnen Rede und Antwort.

Bildnachweis: DKK, Stephan Röhl

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