2019 on Twitter: Climate activism awakening

by Hadas Emma Kedar and Fenja De Silva-Schmidt

Shortly before 2020 is over, we will have a look back at 2019 to map the climate change debate as reflected transnationally on Twitter. Compared with the two years prior, 2019 showed a particular abundance of climate-related tweets: While the total tweets count of 2018 grew by 8% from 2017, the total count of 2019 grew by 70%. Then what triggered the climate discourse so much on Twitter that year? Continue reading 2019 on Twitter: Climate activism awakening

Overstimulated by the news: How to navigate through times of crisis

by Susan Jörges

“Robert-Koch-Institute reports highest daily number of infections”, appears on the screen of my phone. The local newspaper lying on the kitchen table is titled with a similar headline, corona is issue number one in the evening TV-news, and my Instagram feed recommends a livestream of the government´s press conference.

Photo from pexels.com

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Let’s focus on the short-term benefits of long-term climate protection!

by Michael Brüggemann

A new study by Samset et al. (2020) in Nature Communcations finds that even under strong and sustained mitigation efforts, it will take the climate system until mid-century to demonstrate a discernible cooling response. Unfortunately, we must accept and live with the frustrating fact that the global climate system is a rather gigantic tanker ship that will change its course only several decades after humanity has decided to pull the emissions steering wheel into another direction. Yet, we should also think about what may motivate immediate action to reduce the risk of climate collapse in the far future. Rather than only fixating on the nebulous, future benefits of present-day climate protection, I would suggest that communicators should focus on highlighting positive short-term side effects of climate protection measures.

Source: Pixabay

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Ein Bild und tausend Worte: Wie framen deutsche Online-Medien das Thema Ernährung?

von Felicitas Vach

Fortsetzung von “Like this, eat that: Warum wir essen, was wir in den Medien sehen”

Um besser zu verstehen, wie Online-Medien die alltäglichen Entscheidungen von Konsumenten und Medienrezipienten für eine bestimmte Ernährung beeinflussen, spielt die Art und Weise, wie Online-Medien das Thema Ernährung in ihren Beiträgen multimodal framen, eine entscheidende Rolle. Dabei wirken Bilder und Texte zusammen.

Online-Medien greifen oft auf positive und ansprechende Bilder zurück, um eine hohe Reichweite zu generieren. Diese werden in den meisten Redaktionen aber erst nach dem Verfassen des Textes ausgesucht. Da Online-Artikel meist über eine kleinere Vorschau erreicht werden, muss die Überschrift die Leser abholen und zum Weiterlesen des gesamten Artikels anregen. Die Schlagworte aus der Überschrift sind prägend für den ersten Eindruck und definieren deshalb auch die emotionale Einordnung des dazu gehörigen Titelbildes. In meiner qualitativen Inhaltanalyse von Online-Artikeln werden erste Erkenntnisse zur visuellen und verbalen Darstellung des Themenkomplex sichtbar. Continue reading Ein Bild und tausend Worte: Wie framen deutsche Online-Medien das Thema Ernährung?

Warum das Zwei-Grad-Ziel ein (Kommunikations-) Problem ist

von Michael Brüggemann und Fenja De Silva-Schmidt

Thermometer 2 Grad mehrIn seinem Kommentar zur Klimapolitik hat sich der Innenpolitik-Chef der FAZ kürzlich schwer vertippt: Er schreibt, es gäbe „die Verpflichtung, bis 2050 die Erwärmung deutlich unter zwei Grad zu senken“. Dabei ist es natürlich so, dass sich die Zwei-Grad-Grenze, so wie sie die Staatengemeinschaft 2015 in Paris beschlossen hat, auf das Jahr 2100 bezieht. Fehler können passieren und gehören zum journalistischen wie zu jedem anderen Handwerk dazu – genauso wie eine öffentliche Korrektur des Fehlers, mit Publikation möglichst an gleicher Stelle.

Dass ein solcher Fehler bei einer der führenden Qualitätszeitungen vorkommt, hat aber möglicherweise tieferliegende Gründe: Die Zwei-Grad-Grenze bietet keine Anleitung und wenig Anreiz für gute Klimapolitik in der Gegenwart. Continue reading Warum das Zwei-Grad-Ziel ein (Kommunikations-) Problem ist

Like this, eat that: Warum wir essen, was wir in den Medien sehen

von Felicitas Vach

Der Klimawandel und seine daraus entstehenden Folgen werden momentan intensiv diskutiert. Und unsere Ernährung spielt für die zukünftige Entwicklung eine nicht unerhebliche Rolle. Schon bald werden etwa 10 Billionen Menschen auf der Erde leben (UN World Population Prospects, 2019), die alle ernährt werden müssen. Besonders der Bedarf – oder eher der Wunsch – nach Fleischprodukten wird zusammen mit der Population massiv wachsen. Selbst wenn der Fleischkonsum in Wohlstandsländern eher gleichbleibt, wird er in Entwicklungsländern, die immer wohlhabender werden, weiterhin ansteigen (Ritchie & Roser, 2017). Dabei spielt auch die Berichterstattung der Medien eine Rolle. Continue reading Like this, eat that: Warum wir essen, was wir in den Medien sehen

What would you miss the most?

Interactive visual arts project on climate change consequences

by Fenja De Silva-Schmidt

During my research stay in Stellenbosch, South Africa, I came across an interesting arts project on climate change, which was installed during the cultural festival “Woordfees”.

A note on the wall invites onlookers to participate: to illustrate or write about what or who they would miss the most if our climate completely collapsed. Another note asked to describe fond memories of nature.

interactive art project on climate change

All around, people posted little notes and drawings, all of which gave interesting insights into their perceptions of climate change, especially their fears.

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Bist du CO2 Expert*in? Wie klimaschädlich unser Essen wirklich ist

von Felicitas Vach

Wir haben die Wahl. Immer. Heutzutage haben wir wahrscheinlich sogar so viel Auswahl zwischen verschiedenen Lebensmitteln, wie noch niemals zuvor. Supermarkt oder Bio-Laden, Discounter oder Wochenmarkt. Auch im Winter finden wir dort tropische Früchte und reifes Obst oder verschiedenste Käsesorten und Fleisch zu günstigen Preisen.

Aber welchen Preis zahlen wir wirklich für unsere Einkäufe? Nicht die Euros, die an der Kasse bezahlt werden, sind die eigentliche Währung, sondern Kilogramm. Kilogramm an CO2, die durch den Anbau, die Herstellung und den Transport unserer täglichen Lebensmittel der Welt und ihrem Klima schaden.

Achtest du bei deinen Einkäufen auf ihren Ursprung und Inhaltsstoffe? Weißt du, welches die Klimasünder in deinem Einkaufswagen sind oder wie du sie ersetzen könntest? Continue reading Bist du CO2 Expert*in? Wie klimaschädlich unser Essen wirklich ist

Die Zukunft der Nachrichtenauswahl

von Susan Jörges

Welche Nachrichten erreichen uns?
Welche Nachrichten erreichen uns?

Fast täglich werden Nachrichten zu den katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels in Zeitungen, Fernseh- und Radionachrichten veröffentlicht. Die Korallenriffe in Weltmeeren schrumpfen so stark wie noch nie, Brände wüten in noch nie dagewesenem Ausmaß in den Wäldern Australiens, ein neues Klimapaket soll die große Wende bringen. Tatsachenorientierte Berichterstattung über die Folgen des fortschreitenden Klimawandels ist absolut unabdingbar – und doch fehlt hierbei ein entscheidender Schwerpunkt. Neben Faktenorientiertheit und Aufklärung müssen Journalisten und Medienmacher ihren LeserInnen und ZuschauerInnen Lösungsvorschläge, Handlungsoptionen und motivierende Inspirationen mit an die Hand geben, um zum Aktivwerden, zur Nachhaltigkeit und zum Umdenken anzuregen. Statt einer reinen Orientierung an herkömmlichen Nachrichtenfaktoren sollten sich Journalisten an einem neuen Faktor orientieren: der Zukunftsrelevanz.

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Down to Earth 2019: Ergebnisse aus der Deutschland-Befragung zum Klimagipfel in Madrid

von Fenja De Silva-Schmidt

Wie schon 2015 und 2018 haben wir auch in diesem Jahr während der Klimakonferenz eine deutschlandweite Online-Befragung durchgeführt. Die Befragung gehört zum Forschungsprojekt Down2Earth, geleitet von Michael Brüggemann an der Universität Hamburg, in dem wir Einstellungen, Mediennutzung, Wissen und Handeln der Menschen zu den Themen Klimawandel und Klimapolitik untersuchen.

Einstellungen zu Klimawandel und Klimapolitik

Im Vergleich zu den vorigen Befragungen zeigt sich nochmals ein signifikanter Anstieg in der Problemwahrnehmung: Inzwischen nennen 38,5 Prozent der Deutschen den Klimawandel als eines der zwei wichtigsten Probleme, denen Deutschland derzeit gegenübersteht (2018: 29,5%, 2015: 14,6%).

Problemwahrnehmung DtE 2019

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