New Publication: Beyond false balance

web_global_environmental_change_rh_218xfreeFinally, the article „Beyond false balance: How interpretive journalism shapes media coverage of climate change” is available online. The article is an outcome of our project “Framing Climate Change” and was published by the journal Global Environmental Change.

The article explores the framing of climate change as a harmful, human-induced risk and the way that reporting handles contrarian voices in the climate debate. The analysis shows how journalists, and their interpretations and professional norms, shape media debates about climate change. The study links an analysis of media content to a survey of the authors of the respective articles. It covers leading print and online news outlets in Germany, India, the United Kingdom, the United States, and Switzerland and finds that climate journalism has moved beyond the norm of balance towards a more interpretive pattern of journalism. Quoting contrarian voices still is part of transnational climate coverage, but these quotes are contextualized with a dismissal of climate change denial. Yet niches of denial persist in certain contexts, and much journalistic attention is focused on the narrative of ‘warners vs. deniers,’ and overlooks the more relevant debates about climate change.

Free access to the article is available until February 18th 2017 via this link. Afterwards, the article will be available here.

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Eine Zusammenfassung des Artikels auf Deutsch gibt es auf klimafakten.de

Erste Ergebnisse aus der Tagebuchstudie präsentiert

tagebuch-pixabay-kein-nachweis-notigvon Fenja De Silva-Schmidt

Auf der European Communication Conference in Prag haben wir erste Ergebnisse aus der Tagebuchstudie des Projekts “Down to Earth” präsentiert. Für den Vortrag wurden die Angaben zu den Gesprächen der 41 Teilnehmer über den Klimawandel analysiert, die sie im Zeitraum der Klimakonferenz in Paris 2015 geführt hatten.

Es hat sich gezeigt, dass – verglichen mit den wenigen bisherigen empirischen Untersuchungen zu Gesprächen über Klimawandel – die Teilnehmer überraschend häufig über das Thema sprachen. Dabei unterschieden sich die Unterhaltungen deutlich je nach der Beziehung zum Gesprächspartner: Mit engen sozialen Kontakten wie Lebenspartnern und Familie sprachen die Befragten vor allem über die Folgen des Klimawandels und mögliche Gegenmaßnahmen, mit Arbeitskollegen und Bekannten unterhielten sie sich eher über die Ursachen und den Klimawandel allgemein. Die Gespräche mit engen Bezugspartnern wurden oft als „gegenseitiger Informationsaustausch“ beschrieben und verliefen konfliktfrei, während in Unterhaltungen mit Bekannten auch gegensätzliche Ansichten aufeinander trafen.

Hier zeigt sich, dass persönliche Gespräche eine wichtige Rolle für die Information der Menschen zum Thema Klimawandel zu spielen scheint – einerseits zur Festigung und Wiederholung von Wissen (etwa mit dem Partner), andererseits auch als Quelle für neue Informationen außerhalb der eigenen Mediennutzung.

Logo ECREA

Die European Communication Conference ist eine große internationale Konferenz, die alle zwei Jahre stattfindet.

 

English Button

Recently, we have presented first results from our Down to Earth diary study at the European Communication Conference in Prague. The presentation analyzed data about the 41 participants’ personal conversations about climate change that they noted during the time of the climate conference in Paris 2015.

The results show that the participants talked about the subject more often than expected from previous studies. The conversation topics differed depending on the communication partner: With their partner and family, the respondents talked mostly about climate change effects and their fears and perspectives for the future; the conversations were described as mutual, complementary exchanges. With acquaintances and colleagues, more diverse points of view tended to collide.

This shows that interpersonal communication is an important source for information on climate change – the respondents deepened their knowledge, e.g. with their partner, but also got in contact with different viewpoints than those presented in their own media use.

Down to Earth results featured in “Communication Director”

Artikel_Communication DirectorResults from our Down to Earth study have been featured in an article about the communication of international climate conferences. Imke Hoppe was interviewed as a spokesperson of our team by editor Jan Wisniewski from the magazine “Communication Director” and talked about the public’s perception of the COP21.

Unfortunately, the article is not available for free, but the first two pages can be read in the online preview of the issue (Communication Director 3/2016, pp. 50-54).

New working paper: Climate change in the media

Cover Working Paper Klimawandel in den Medien

Our research group has published a new working paper which summarizes research on climate change in the media.

The questions addressed are how media coverage of climate change contributes to the social construction of climate change, what kind of patterns can be found in the climate change debate and what effects climate change coverage has on the public. It also includes a chapter on Hamburg and Northern Germany as a case study.

The working paper is only available in German and can be downloaded here: Working Paper: Klimawandel in den Medien

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Unsere Forschungsgruppe hat ein neues Working Paper veröffentlicht, das den Forschungsstand zu Klimawandel in den Medien zusammenfasst.

Es widmet sich den Fragen, wie Medienberichterstattung zur sozialen Konstruktion des Klimawandels beiträgt, welche Muster sich in der Klimadebatte zeigen und wie die Berichterstattung über Klimawandel auf die Mediennutzer wirkt. Außerdem befasst sich ein Kapitel mit dem Fallbeispiel Hamburg und Norddeutschland.

Das Working Paper kann hier heruntergeladen werden: Working Paper: Klimawandel in den Medien

Vertrauenskrise der (Klima-)Wissenschaft – oder des Klimajournalismus? Eine Replik

von Michael Brüggemann und Fenja De Silva-Schmidt

In einem aktuellen Artikel interpretiert Hanno Charisius von der Süddeutschen Zeitung die Ergebnisse des Wissenschaftsbarometers 2016 als ein „Alarmsignal für die aufgeklärte Gesellschaft“ angesichts eines starken Misstrauens gegenüber der Wissenschaft, insbesondere der Klimawissenschaft. Ein genauerer Blick auf die Originaldaten offenbart allerdings, dass diese Schlussfolgerungen kaum gerechtfertigt sind. Zudem zeigen Daten unserer eigenen aktuellen Befragung zum Thema Klimapolitik, dass die Klimawissenschaftler im Gegensatz zu Politikern und Journalisten noch auf ein stabiles Vertrauen seitens der Bevölkerung bauen dürfen.

Zunächst zum aktuellen Wissenschaftsbarometer: Zwar gibt es bei der Interpretation von Befragungsergebnissen immer einen gewissen Spielraum. Aber die von der SZ groß aufgemachte Aussage „48 Prozent der Menschen misstrauen wissenschaftlichen Aussagen zum Klimawandel“ lässt sich aus den Daten der zugrunde liegenden Studie nicht korrekt ableiten. Das Vertrauen wurde in einer Fünferskala abgefragt: von „vertraue voll und ganz“, über „vertraue“, „unentschieden“, „misstraue eher“ bis „misstraue sehr“. Wenn man die beiden äußeren Werte jeweils zusammenfasst, sind es nur 28 Prozent, die eher oder sehr den Aussagen von Wissenschaftlern zum Klimawandel misstrauen, ganze 40 Prozent hingegen vertrauen ihren Aussagen oder vertrauen ihnen sogar voll und ganz. Lediglich wenn man die 31 Prozent Unentschiedenen zu den Misstrauischen rechnet, kommt man auf einen höheren Anteil Skeptiker (allerdings auch nicht auf 48 Prozent, sondern auf 59). Es gibt aber keinen Grund die Unentschiedenen einer Seite zuzuschlagen. Wir wissen einfach nicht, was diese Gruppe genau denkt. Außerdem landen hier immer viele Antworten, da es bei Befragungen mit einer solchen Skala auch eine psychologisch erklärbare Tendenz zur Mitte gibt.

Andere Befragungen stützen gerade den umgekehrten Befund, dass die Wissenschaft von schwindendem Vertrauen im Gegensatz zu anderen Institutionen wie Politik und Journalismus weniger betroffen ist. Dafür sprechen auch aktuelle eigenen Daten, die wir im Rahmen unserer Befragungsstudie „Down to Earth“ erhoben haben. Dort wurden sehr ähnliche Aspekte abgefragt – auch mit einer Fünferskala, bei einer vergleichbar großen Stichprobe (1121 Befragte in der dritten Welle im Januar 2016, verglichen mit 1006 Befragten in der WiD-Studie aus dem Mai 2016), die ebenfalls repräsentativ quotiert wurde. Eine Veröffentlichung unserer Daten ist aktuell noch in Arbeit, aber für diesen Vergleich wollen wir bereits einen Einblick bieten.

In unserer Umfrage zeigt sich folgendes Bild: Dem Statement „Beim Thema Klimapolitik vertraue ich auf die Richtigkeit von Informationen von Klimawissenschaftlern“ stimmen 60 Prozent zu (38% „stimme eher zu“, 22% „stimme voll und ganz zu“). Nur 12 Prozent der Befragten misstrauen der Klimawissenschaft (7% „stimme eher nicht zu“, 5% „stimme überhaupt nicht zu“), 28% sind unentschlossen („teils, teils“). Die Zahlen sind also aus Sicht der Wissenschaft deutlich besser.

Unsere Studie ergänzt die Befunde der anderen Befragung um einen weiteren Aspekt, der auch die Wissenschaftsjournalisten interessieren dürfte: Anders als das Wissenschaftsbarometer haben wir nämlich auch das Vertrauen in Politiker und Medien erhoben, und im direkten Vergleich schneidet die Wissenschaft in unserer Studie sogar sehr gut ab. Beim Thema Klimapolitik vertrauen der Wissenschaft wie bereits erläutert ganze 60 Prozent der Befragten, den Medien vertrauen hingegen nur 28 Prozent und den Politikern sogar nur 21 Prozent.

Unsere "Vertrauens-Fragen" aus der dritten Befragungswelle
Unsere “Vertrauens-Fragen” aus der dritten Befragungswelle

So gesehen zeigt sich also eher eine Vertrauenskrise von Medien und Politik, während die Wissenschaft sogar noch zu den vertrauenswürdigeren Institutionen gehört. Wir geben also den Weckruf gerne zurück an die Süddeutsche Zeitung.

Dem Fazit, das SZ-Autor Hanno Charisius zieht, können wir trotzdem zustimmen: „Wer nicht will, dass die Öffentlichkeit das Vertrauen verliert in das, was in Labors und Denkstuben erschaffen und entdeckt wird, muss seine Türen öffnen und über seine Arbeit reden, muss gegen falsche Fakten und Betrug angehen, sich einmischen in laufende Debatten, darf sich nicht mehr verstecken.“ Genau das ist unsere Absicht mit diesem Blogpost.

First Working Paper: Before the COP 21

Screenshot_WP DtEHow do German citizens perceive climate change? What do they know about climate politics? And how do they evaluate national and international efforts against climate change?

Within the framework of our “Down to Earth” study, we aimed to answer these and further questions with an online survey with more than 2000 persons, conducted in Germany two weeks before this year’s climate conference in Paris.

We outlined the study’s main results in a short research report (in German) which can be downloaded here: Working Paper “Before the COP21: How Germans evaluate climate politics, what they think and what they know about it”.

Deutsch

 

Vor der UN-Klimakonferenz 2015 (COP 21) – Was die Deutschen von Klimapolitik halten, was sie bewegt und was sie darüber wissen

Wie nehmen die Deutschen den Klimawandel wahr? Was wissen sie über Klimapolitik? Und wie bewerten sie nationale und internationale Bemühungen im Hinblick auf die Bekämpfung des Klimawandels?

Diesen und zahlreichen weiteren Fragen sind wir im Rahmen unserer Studie “Down to Earth” in einer Online-Befragung von mehr als 2000 Personen – durchgeführt in Deutschland zwei Wochen vor der diesjährigen UN-Klimakonferenz in Paris – nachgegangen.

Die zentralen Ergebnisse dieser ersten Befragung haben wir nun in einem kurzen Bericht zusammengefasst, welcher hier abrufbar ist: Arbeitspapier “Vor der UN-Klimakonferenz 2015: Wissen, Einstellungen und Zweifel der Deutschen zum Thema Klimapolitik”