Warum das Zwei-Grad-Ziel ein (Kommunikations-) Problem ist

von Michael Brüggemann und Fenja De Silva-Schmidt

Thermometer 2 Grad mehrIn seinem Kommentar zur Klimapolitik hat sich der Innenpolitik-Chef der FAZ kürzlich schwer vertippt: Er schreibt, es gäbe „die Verpflichtung, bis 2050 die Erwärmung deutlich unter zwei Grad zu senken“. Dabei ist es natürlich so, dass sich die Zwei-Grad-Grenze, so wie sie die Staatengemeinschaft 2015 in Paris beschlossen hat, auf das Jahr 2100 bezieht. Fehler können passieren und gehören zum journalistischen wie zu jedem anderen Handwerk dazu – genauso wie eine öffentliche Korrektur des Fehlers, mit Publikation möglichst an gleicher Stelle.

Dass ein solcher Fehler bei einer der führenden Qualitätszeitungen vorkommt, hat aber möglicherweise tieferliegende Gründe: Die Zwei-Grad-Grenze bietet keine Anleitung und wenig Anreiz für gute Klimapolitik in der Gegenwart. Continue reading Warum das Zwei-Grad-Ziel ein (Kommunikations-) Problem ist

Public opinion at a tipping point – Germany’s path to engaging with climate protection

As a follow-up on our Nature Climate Change study (Brüggemann et al. 2017) called “The appeasement effect of a United Nations climate summit on the German public”, we have now published a working paper tracing changes in public attitudes and behavioral intentions over a longer period of time.

The paper compares data from our 2015, 2018 and 2019 Down to Earth surveys while also linking changes in public opinion to the media coverage on climate change.

Comparing media attention, climate-friendly behaviour, and behavioural intentions

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What would you miss the most?

Interactive visual arts project on climate change consequences

by Fenja De Silva-Schmidt

During my research stay in Stellenbosch, South Africa, I came across an interesting arts project on climate change, which was installed during the cultural festival “Woordfees”.

A note on the wall invites onlookers to participate: to illustrate or write about what or who they would miss the most if our climate completely collapsed. Another note asked to describe fond memories of nature.

interactive art project on climate change

All around, people posted little notes and drawings, all of which gave interesting insights into their perceptions of climate change, especially their fears.

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Sustainable Lives: stage 2, here we go!

Besides having successfully finished the pilot studies and having initiated the working paper series, the project “Sustainable Lives” has also acquired new funding for the next two years.

Our interdisciplinary work will continue in form of a working group at the Center for Sustainable Society Research (see our project website here). Continue reading Sustainable Lives: stage 2, here we go!

Sustainable Lives: Preliminary findings from the first project stage

Frühstück Essen

Since the “Food project” has now brought its first stage to a close, it is time to present some preliminary findings.

With the funding provided by KNU, we have conducted a thorough interdisciplinary literature review and several pilot studies: a representative survey in sociology, experiments in economics, a qualitative and an automated content analysis in journalism studies, an analysis of social media content in communication studies, a metaphor analysis in linguistics, and narrative interviews in geography.

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Die Zukunft der Nachrichtenauswahl

von Susan Jörges

Welche Nachrichten erreichen uns?
Welche Nachrichten erreichen uns?

Fast täglich werden Nachrichten zu den katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels in Zeitungen, Fernseh- und Radionachrichten veröffentlicht. Die Korallenriffe in Weltmeeren schrumpfen so stark wie noch nie, Brände wüten in noch nie dagewesenem Ausmaß in den Wäldern Australiens, ein neues Klimapaket soll die große Wende bringen. Tatsachenorientierte Berichterstattung über die Folgen des fortschreitenden Klimawandels ist absolut unabdingbar – und doch fehlt hierbei ein entscheidender Schwerpunkt. Neben Faktenorientiertheit und Aufklärung müssen Journalisten und Medienmacher ihren LeserInnen und ZuschauerInnen Lösungsvorschläge, Handlungsoptionen und motivierende Inspirationen mit an die Hand geben, um zum Aktivwerden, zur Nachhaltigkeit und zum Umdenken anzuregen. Statt einer reinen Orientierung an herkömmlichen Nachrichtenfaktoren sollten sich Journalisten an einem neuen Faktor orientieren: der Zukunftsrelevanz.

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Kommt nicht in die Tüte – Artikel zu nachhaltigen Konsumentscheidungen

Warum nachhaltig zu leben und zu konsumieren manchmal schwierig ist und wie sehr unser alltägliches Handeln auf Gewohnheiten basiert, erklärt Soziologin Stefanie Kley im Interview mit dem Magazin der Süddeutschen Zeitung “Plan W”. Neben ihr kommen auch eine Fashion-Bloggerin und die Leiterin einer digitalen Petitionsplattform zu Wort. Der komplette Artikel ist hier verfügbar.

Down to Earth 2019: Ergebnisse aus der Deutschland-Befragung zum Klimagipfel in Madrid

von Fenja De Silva-Schmidt

Wie schon 2015 und 2018 haben wir auch in diesem Jahr während der Klimakonferenz eine deutschlandweite Online-Befragung durchgeführt. Die Befragung gehört zum Forschungsprojekt Down2Earth, geleitet von Michael Brüggemann an der Universität Hamburg, in dem wir Einstellungen, Mediennutzung, Wissen und Handeln der Menschen zu den Themen Klimawandel und Klimapolitik untersuchen.

Einstellungen zu Klimawandel und Klimapolitik

Im Vergleich zu den vorigen Befragungen zeigt sich nochmals ein signifikanter Anstieg in der Problemwahrnehmung: Inzwischen nennen 38,5 Prozent der Deutschen den Klimawandel als eines der zwei wichtigsten Probleme, denen Deutschland derzeit gegenübersteht (2018: 29,5%, 2015: 14,6%).

Problemwahrnehmung DtE 2019

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Technische und politisch-soziale Innovationen: Nicht nur Ingenieure sind gefragt, sondern wir alle

von Michael Brüggemann

Kürzlich gab es mal wieder eine deutsche Talkshow mit prominenter Hamburger Professorenbeteiligung. Hans von Storch, mein Kollege an der Universität Hamburg und ehemaliger Leiter des Instituts für Küstenforschung am Helmholtz-Zentrum Geesthacht, saß in der „Hart aber fair“-Sendung von Frank Plasberg zum Thema Klimapolitik. Drum herum die üblichen Verdächtigen: ein Klima-Aktivist, eine Grünen-Politikerin, ein konservativer Publizist und eine Schauspielerin; eine Zusammenfassung gibt es bei Spiegel Online. In seinem (bald von Plasberg unterbrochenen) Eingangsstatement hebt von Storch die Bedeutung technischer Innovationen hervor, um die globalen Emissionen zu reduzieren.* Das ist eine gute Idee. Damit ist es aber nicht getan.

Hartaberfair 2. Dezember 2019
Die Talk-Runde vom 2. Dezember. / Quelle: WDR

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